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  • 07 Jun 19:30
    Wiener Festwochen

    Halle E

    Wiener Festwochen

    Orest in Mossul
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     »Es geht nicht mehr nur darum, die Welt darzustellen. Es geht darum, sie zu verändern.« So beginnt das Manifest, das Milo Rau als neuer Leiter des Stadttheaters NTGent verfasst hat. Der 2018 mit dem Europäischen Theaterpreis ausgezeichnete Schweizer, einer der kontroversesten und erfolgreichsten zeitgenössischen Theatermacher, legt mit seinen dokumentarischen Arbeiten den Finger in die Wunden der Gegenwart – und verändert sie tatsächlich: Sein Kongo-Tribunal, zum Beispiel, zwang zwei Minister zum Rücktritt. In Wien, wo seine Inszenierungen bisher selten zu sehen waren, präsentiert er bei den Wiener Festwochen eine brandneue Arbeit. In Orest in Mossul begegnet er der antiken Tragödie von Aischylos ganz im Sinne des Manifestes: »wörtliche Adaption verboten.« Was Rau an der Orestie interessiert, ist die Einführung eines modernen Rechtssystems. Ein Ende des blutigen Teufelskreises aus Mord und Rache ist erst durch einen Prozess möglich, der eine Wiedereingliederung in die Gesellschaft erlaubt. Als Vorbereitung für sein Stück arbeitet er im Irak und stellt anhand der antiken Tragödie eine wichtige Frage zu einem aktuellen Konflikt: Wie begegnet man der Gewalt im Nahen Osten und ganz konkret den IS-Kämpfer*innen, ohne in archaische Muster zu verfallen?


    Tickets: www.festwochen.at

  • 07 Jun 20:30
    Wiener Festwochen

    Halle G

    Wiener Festwochen

    Matadouro live
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    Das Leben ist ein Kampf ums Überleben. Diese Worte erscheinen oft wie eine hohle Phrase. Doch die existenzielle Realität dahinter zeigt der brasilianische Choreograf und Performer Marcelo Evelin in seinem 2010 entstandenen Matadouro, das bis heute nichts von seiner berührenden und zugleich provozierenden Kraft verloren hat. Zur Livemusik von Franz Schuberts Quintett in C-Dur umrunden acht Tänzer*innen unermüdlich die Bühne. Ein ikonografisches Bild, das den Widerspruch zwischen europäischen Vorstellungen von der Schönheit der Kunst und der harten Realität von Armut und Gewalt aufzeigt. Evelin selbst kennt diesen Bruch. Er lebt seit 1986 in Europa und hat hier unter anderem mit Pina Bausch getanzt, pendelt jedoch nach wie vor in seine Heimatstadt Teresina, wo er das Kunstzentrum CAMPO betreibt. Matadouro ist der letzte Teil einer Trilogie in Anlehnung an das brasilianische Epos Os Sertões von Euclides da Cunha, in dem eine Gruppe von Separatist*innen für soziale Gerechtigkeit kämpft. Eine kraftvolle Choreografie, ein fesselnder Kampf um Menschlichkeit und Würde.


    Tickets: www.festwochen.at

  • 08 Jun 19:30
    Wiener Festwochen

    Halle E

    Wiener Festwochen

    Orest in Mossul
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     »Es geht nicht mehr nur darum, die Welt darzustellen. Es geht darum, sie zu verändern.« So beginnt das Manifest, das Milo Rau als neuer Leiter des Stadttheaters NTGent verfasst hat. Der 2018 mit dem Europäischen Theaterpreis ausgezeichnete Schweizer, einer der kontroversesten und erfolgreichsten zeitgenössischen Theatermacher, legt mit seinen dokumentarischen Arbeiten den Finger in die Wunden der Gegenwart – und verändert sie tatsächlich: Sein Kongo-Tribunal, zum Beispiel, zwang zwei Minister zum Rücktritt. In Wien, wo seine Inszenierungen bisher selten zu sehen waren, präsentiert er bei den Wiener Festwochen eine brandneue Arbeit. In Orest in Mossul begegnet er der antiken Tragödie von Aischylos ganz im Sinne des Manifestes: »wörtliche Adaption verboten.« Was Rau an der Orestie interessiert, ist die Einführung eines modernen Rechtssystems. Ein Ende des blutigen Teufelskreises aus Mord und Rache ist erst durch einen Prozess möglich, der eine Wiedereingliederung in die Gesellschaft erlaubt. Als Vorbereitung für sein Stück arbeitet er im Irak und stellt anhand der antiken Tragödie eine wichtige Frage zu einem aktuellen Konflikt: Wie begegnet man der Gewalt im Nahen Osten und ganz konkret den IS-Kämpfer*innen, ohne in archaische Muster zu verfallen?


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  • 12 Jun 21:00
    Wiener Festwochen

    Halle E

    Wiener Festwochen

    Missing People
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    Wien ist die lebenswerteste Stadt der Welt – das wurde 2018 erneut bestätigt. Doch die makellose Oberfläche der Metropole voller Habsburger-Pomp, Sachertorte und strahlend weißer Lipizzaner zeigt nur eine Seite. Viele Bewohner*innen passen nicht in dieses Bild hinein. Sie sind durch Armut und gesellschaftliche Hierarchien dem Auge entzogen. In Missing People gibt Béla Tarr ihnen Sichtbarkeit zurück. Der Ungar, dessen Hauptwerk Sátántangó als eines der wichtigsten Werke der Filmgeschichte gilt, kommt laut seinem Kollegen Gus Van Sant dem tatsächlichen Rhythmus des Lebens so nahe wie kaum ein anderer Filmemacher. So auch in seinem neuesten Projekt, für das er nach einer langen Schaffenspause erstmals wieder Regie führt. In ein paar wenigen Einstellungen dreht er einen Film, der genau jene unsichtbaren Menschen an einem Ort zeigt, zu dem sie sonst wohl keinen Zugang haben. Präsentiert wird das so entstandene Werk ausschließlich im Rahmen der Festwochen – und zwar am Drehort selbst. Das Publikum ist dort unter sich. Von den Protagonist*innen des Films bleiben nur Spuren. Ein engagiertes Projekt, das auf eindringliche Weise für Menschlichkeit eintritt.


    Tickets: www.festwochen.at

  • 13 Jun 18:00
    Wiener Festwochen

    Halle E

    Wiener Festwochen

    Missing People
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    Wien ist die lebenswerteste Stadt der Welt – das wurde 2018 erneut bestätigt. Doch die makellose Oberfläche der Metropole voller Habsburger-Pomp, Sachertorte und strahlend weißer Lipizzaner zeigt nur eine Seite. Viele Bewohner*innen passen nicht in dieses Bild hinein. Sie sind durch Armut und gesellschaftliche Hierarchien dem Auge entzogen. In Missing People gibt Béla Tarr ihnen Sichtbarkeit zurück. Der Ungar, dessen Hauptwerk Sátántangó als eines der wichtigsten Werke der Filmgeschichte gilt, kommt laut seinem Kollegen Gus Van Sant dem tatsächlichen Rhythmus des Lebens so nahe wie kaum ein anderer Filmemacher. So auch in seinem neuesten Projekt, für das er nach einer langen Schaffenspause erstmals wieder Regie führt. In ein paar wenigen Einstellungen dreht er einen Film, der genau jene unsichtbaren Menschen an einem Ort zeigt, zu dem sie sonst wohl keinen Zugang haben. Präsentiert wird das so entstandene Werk ausschließlich im Rahmen der Festwochen – und zwar am Drehort selbst. Das Publikum ist dort unter sich. Von den Protagonist*innen des Films bleiben nur Spuren. Ein engagiertes Projekt, das auf eindringliche Weise für Menschlichkeit eintritt.


    Tickets: www.festwochen.at

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