Veranstaltungen

  • 19 Mai 19:00
    Wiener Festwochen

    Halle E

    Wiener Festwochen

    Carolin Emcke
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    Carolin Emcke äußert sich in ihrem 2016 veröffentlichten Essay Gegen den Hass zu den großen Themen unserer Zeit: Rassismus, Fanatismus, Demokratiefeindlichkeit. 

    In einer zunehmend polarisierten Öffentlichkeit dominiert vor allem jenes Denken, das Zweifel nur an den Positionen der anderen, aber nicht an den eigenen zulässt. Denn Hass ist bei all seiner aggressiven und verachtenden Vehemenz unpräzise, ungenau und pauschalisierend. Andere Menschen werden nicht als Individuen, sie werden als Mitglieder eines abzulehnenden Kollektivs wahrgenommen: die Ausländer*innen, die Flüchtlinge, die Muslim*innen, die Juden*Jüdinnen, die Ungläubigen, die Homosexuellen, die Medien oder die Politiker*innen. Diesem dogmatischen Denken des Hasses, das keine Schattierungen berücksichtigt, setzt Carolin Emcke ein Lob des Vielstimmigen, des „Unreinen“ entgegen – weil so die Freiheit des Individuellen und auch Abweichenden zu schützen ist. Denn die Freiheit der anderen garantiert die eigene Freiheit. Gegen den Hass hilft laut Emcke letztlich nur das, was den Hassenden fehle: genaues Beobachten, nicht nachlassendes Differenzieren, Selbstzweifel und die Lust, Pluralität auszuhalten. 

    Ein Vortrag für alle, die überzeugende Argumente und Denkanstöße suchen, um eine offene Gesellschaft zu verteidigen.

    Carolin Emcke, geboren 1967, studierte Philosophie in London, Frankfurt/ Main und Harvard. Von 1998 bis 2013 bereiste sie weltweit Krisenregionen und berichtete darüber. Sie ist freie Publizistin und engagiert sich immer wieder mit künstlerischen Projekten und Interventionen. Für ihr Schaffen wurde sie mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Theodor-Wolff-Preis und dem Otto-Brenner-Preis für kritischen Journalismus. Für Gegen den Hass wurde sie 2016 mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels ausgezeichnet.

                        


    Tickets: www.wienerfestwochen.at

  • 19 Mai 20:00
    Wiener Festwochen

    Halle G

    Wiener Festwochen

    Promised Ends: The Slow Arrow of Sorrow and Madness
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    Der Autor, Regisseur und Performance-Künstler Derrick Ryan Claude Mitchell schafft mit seiner Gruppe Saint Genet bildgewaltige Environments, in denen die Performer*innen physische wie psychische Grenzüberschreitungen durchleben. In seinem „Theater der Grausamkeit“ lässt er assoziativ-mythologische Räume entstehen und erzeugt überbordende Schönheit, die in jedem Moment in Schmerz, Hysterie und extreme Emotionen kippen kann.
    Promised Ends: The Slow Arrow of Sorrow and Madness ist der Abschluss eines dreijährigen Arbeitsprozesses rund um die Migrationstragödie der Donner Party, einer Gruppe von Siedler*innen, die die USA durchquerte und unvorstellbare Gräuel durchstehen musste, nachdem sie in der Sierra Nevada in einen Schneesturm geraten war. Mitchell zeigt eine Gesellschaft in einer Grenzsituation, die Tabuschwellen durchbricht, aber auch radikale Akte der Zuwendung erzeugt. Angst, Bedrohung, Tod und Kannibalismus. Oder eine neuen Form von Empathie?
    Zum Sprachrohr dieser Gesellschaft wird ein körperlich wie geistig zerstörter König Lear, inspiriert von Jean-Luc Godards und Akira Kurosawas filmischen Interpretationen der Tragödie. Der Lichtkünstler Ben Zamora schuf zusammen mit dem kinetischen Objektkünstler Casey Curran ein installatives Environment, das die Besucher*innen physisch erkunden können, bevor sich darin eine episch-opernhafte Performance entlädt – getragen von professionellen Performer*innen, Tänzer*innen und Live-Musiker*innen. Dabei werden wir Augenzeug*innen einer surrealen Vision, die unsere gemeinsame Vergangenheit wie unsere unbekannte Zukunft hinterfragt und sich gegen den Horror der gegenwärtigen politischen Situation auflehnt. Auf der erbarmungslosen Reise sind wir mit Saint Genet und der Donner
    Party im Gebirge gefangen und treffen auf einen ››mad king on the heath saying kill, kill, kill, kill, kill, kill!‹‹                                        
                                
       


    Tickets: www.wienerfestwochen.at

  • 20 Mai 20:00
    Wiener Festwochen

    Halle G

    Wiener Festwochen

    Promised Ends: The Slow Arrow of Sorrow and Madness
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    Der Autor, Regisseur und Performance-Künstler Derrick Ryan Claude Mitchell schafft mit seiner Gruppe Saint Genet bildgewaltige Environments, in denen die Performer*innen physische wie psychische Grenzüberschreitungen durchleben. In seinem „Theater der Grausamkeit“ lässt er assoziativ-mythologische Räume entstehen und erzeugt überbordende Schönheit, die in jedem Moment in Schmerz, Hysterie und extreme Emotionen kippen kann.
    Promised Ends: The Slow Arrow of Sorrow and Madness ist der Abschluss eines dreijährigen Arbeitsprozesses rund um die Migrationstragödie der Donner Party, einer Gruppe von Siedler*innen, die die USA durchquerte und unvorstellbare Gräuel durchstehen musste, nachdem sie in der Sierra Nevada in einen Schneesturm geraten war. Mitchell zeigt eine Gesellschaft in einer Grenzsituation, die Tabuschwellen durchbricht, aber auch radikale Akte der Zuwendung erzeugt. Angst, Bedrohung, Tod und Kannibalismus. Oder eine neuen Form von Empathie?
    Zum Sprachrohr dieser Gesellschaft wird ein körperlich wie geistig zerstörter König Lear, inspiriert von Jean-Luc Godards und Akira Kurosawas filmischen Interpretationen der Tragödie. Der Lichtkünstler Ben Zamora schuf zusammen mit dem kinetischen Objektkünstler Casey Curran ein installatives Environment, das die Besucher*innen physisch erkunden können, bevor sich darin eine episch-opernhafte Performance entlädt – getragen von professionellen Performer*innen, Tänzer*innen und Live-Musiker*innen. Dabei werden wir Augenzeug*innen einer surrealen Vision, die unsere gemeinsame Vergangenheit wie unsere unbekannte Zukunft hinterfragt und sich gegen den Horror der gegenwärtigen politischen Situation auflehnt. Auf der erbarmungslosen Reise sind wir mit Saint Genet und der Donner
    Party im Gebirge gefangen und treffen auf einen ››mad king on the heath saying kill, kill, kill, kill, kill, kill!‹‹                                        
                                
       


    Tickets: www.wienerfestwochen.at

  • 21 Mai 19:00
    Wiener Festwochen

    Halle E

    Wiener Festwochen

    Shumona Sinha
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    Erschlagt die Armen! ist der Titel eines Prosagedichts von Charles Baudelaire und von Shumona Sinhas zornigem Roman, der aufrüttelnde Fragen zu globalem Zusammenleben, Identität und der Zugangsberechtigung zu unserem westlichen Lebensstandard stellt. Der Spiegel bezeichnete Sinhas Buch bei Erscheinen der deutschen Übersetzung 2015 als ››verstörendsten Roman des Jahres‹‹.

    Im Existenzkampf ist Ehrlichkeit ein Luxus. Zwischen Wahrheit und Lügen gefangen, steht die namenlose Protagonistin, die als Dolmetscherin in der Asylbehörde arbeitet, zwischen den Fronten – auf der einen Seite die Privilegierten, auf der anderen die Flüchtlinge aus ihrem Heimatland. Angewidert vom System, deren Teil sie geworden ist, bleibt sie als Migrantin genauso fremd für die Beamten wie für ihre ehemaligen Landsleute. Sinha spricht mit einer überspitzten Radikalität schon im Titel aus, was keiner sich zu sagen traut und dennoch als offene Frage hinter der Politik des Asylsystems lauert: dass es für „die Armen“ in der EU keinen Platz gibt. Wohin mit denen, die auf der Suche nach einem besseren Leben sind?

    Zusätzlich zu ihrer Lesung aus Erschlagt die Armen! präsentiert Shumona Sinha zum ersten Mal im deutschsprachigen Raum Auszüge aus ihrem neuen Roman Apatride (Staatenlos/Heimatlos), der im September 2017 auf Deutsch bei Edition Nautilus erscheinen wird, und in dem sie in ihrer unnachahmlich poetischen Sprache von weiblicher Identität, Klassenkonflikten und den schmerzhaften Erfahrungen des Exils erzählt.

    Shumona Sinha, geboren 1973 in Kalkutta, lebt seit 2001 in Paris. An der Sorbonne schloss sie ihren Magister in Literaturwissenschaft ab. Von 2001 bis 2008 arbeitete Sinha als Lehrerin für Englisch an weiterführenden Schulen; ab 2009 war sie als Dolmetscherin für Asylsuchende tätig. Nach der Veröffentlichung von Erschlagt die Armen! 2011 verlor sie ihre Arbeit bei der französischen Migrationsbehörde. Für ihre Bücher wurde sie vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem internationalen Literaturpreis 2016 für Erschlagt die Armen!


    Tickets: www.wienerfestwochen.at

  • 24 Mai 20:30
    Wiener Festwochen

    Halle G

    Wiener Festwochen

    Während ich wartete
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    Im Drama von Mohammad Al Attar (Text) und Omar Abusaada (Regie) wird das Krankenzimmer, die Grauzone zwischen Leben und Tod, zum Sinnbild für das heutige Syrien.

    Der junge Taim wird bei einer Kontrolle an einem Checkpoint in Damaskus zusammengeschlagen und aufgrund der schweren Verletzungen im Krankenhaus ins Koma versetzt. Was genau vorgefallen ist, ist unklar. Nach und nach treffen die Familienmitglieder und Freunde an seinem Krankenbett ein. Während die Angehörigen mit der brutalen Gegenwart und den Abgründen ihrer Familiengeschichte konfrontiert werden, beobachtet, kommentiert und dokumentiert Taim auf einer zweiten Ebene die Entwicklung von der anfänglichen Revolution gegen ein autokratisches Regime zu den kriegerischen Verwüstungen der Gegenwart.

    Die verschiedenen Handlungsstränge stellen gleichsam Lebens- und Überlebensstrategien dar. Diese verbinden sich zu einem vielschichtigen Geflecht aus Hoffnung und Verzweiflung, Aufbegehren und Ohnmacht, aus kleinen und großen Fluchten, aus Liebe und Gewalt. Kurz: zu einem Bericht aus dem Inneren eines Landes, das im Koma liegt.

    Abusaada und Al Attar arbeiten seit 2007 zusammen und experimentieren in ihren Aufführungen an der Schnittstelle von Fiktion und Dokumentation. Al Attar, der mittlerweile in Berlin lebt, ist zu einem Sprachrohr des vom Bürgerkrieg zerrissenen Syrien geworden. Abusaada lebt in Damaskus. Seine international erfolgreichen Inszenierungen können in Syrien nicht aufgeführt werden. Der syrische Musikproduzent Samer Saem Eldahr aka Hello Psychaleppo liefert den Sound zum Stück.

      


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